Zukunftswald 2050

Initiavie

Unser Wald von morgen beginnt heute

Wie bleibt unser Bergwald gesund, und wie lässt sich sein Holz besser in der Region nutzen? Mit der Initiative Zukunftswald 2050 gehen Impact Gstaad und planval diesen Fragen nach. Gemeinsam mit Waldbesitzenden, Forst- und Holzbetrieben, Gemeinden und der Forschung entwickeln und erproben wir Lösungen im Saanenland.

AUSGANGSLAGE

Warum wir uns heute um den Wald von morgen kümmern

Der Wald schützt unsere Dörfer und Strassen, bietet Lebens- und Erholungsraum und liefert den Rohstoff Holz. Für viele Menschen ist er auch ein Ort zum Bewegen, Entspannen oder Durchatmen. Damit er diese Aufgaben weiterhin erfüllen kann, müssen wir seine Entwicklung langfristig im Blick behalten.
Im Saanenland prägt die Fichte vielerorts das Waldbild. Trockenheit, Stürme und Borkenkäfer setzen den Beständen zu. Zugleich fehlt in manchen Wäldern der Nachwuchs. Junge Bäume brauchen geeignete Bedingungen, um sich zu entwickeln.


Eine gezielte Waldpflege und Holznutzung können die Verjüngung unterstützen. Doch im steilen Gelände ist die Arbeit aufwendig und teuer. Der Holzverkauf deckt die Kosten eines Eingriffs oft nicht. Zukunftswald 2050 setzt deshalb im Wald und bei der Verwendung des Holzes an: Wie lassen sich notwendige Massnahmen besser organisieren und mehr Abnehmer für regionales Holz gewinnen?

ENTSTEHUNG

Entstanden aus Gesprächen in der Region

Seit 2023 beschäftigen sich Impact Gstaad und planval damit, wie Wald und Holz zum Klimaschutz und zur regionalen Wirtschaft beitragen können. Im Oktober 2024 kamen dazu Waldbesitzende sowie Fachleute aus Forstwirtschaft, Holzverarbeitung, Architektur, Gemeinden, Kanton und Forschung zusammen.
Aus diesem Austausch entstand die Potenzialanalyse mit der Berner Fachhochschule BFH-HAFL. Sie verbindet die Untersuchung konkreter Waldgebiete mit den Erfahrungen des Dienstleistungszentrum Wald & Umwelt Saanenland vor Ort. Auf dieser Grundlage baut die nächste Phase auf.

ERKENNTNISSE

Was wir bisher untersucht haben

Die Potenzialanalyse betrachtet drei Waldgebiete im Saanenland: Abländschen, Allmiwald und Gschwändleni. Mit dem Planungswerkzeug WIS.2 der BFH-HAFL wurden verschiedene Entwicklungen des Waldes und Möglichkeiten der Holznutzung untersucht. Ergänzend führte das Team Gespräche mit Fachleuten aus der Forst- und Holzbranche sowie der Architektur.

Gezielte Holznutzung kann die Verjüngung unterstützen

Die untersuchten Szenarien zeigen Potenzial, in den drei Gebieten mehr Holz nachhaltig zu nutzen als bisher. Geplante Eingriffe können Raum für junge Bäume schaffen und die Anpassung des Waldes unterstützen. Welche Massnahmen sinnvoll sind, muss für den jeweiligen Bestand beurteilt werden.

Die Baumarten müssen zum Standort passen

Die Analyse sieht in den untersuchten Gebieten eine Veränderung der heutigen Baumartenmischung vor. Welche Arten gefördert werden, hängt unter anderem von Höhenlage, Boden und künftigem Klima ab. Eine passende Mischung kann Risiken verteilen. Dieser Umbau braucht Jahrzehnte und eine vorausschauende Planung.

Die Arbeit im Bergwald muss finanzierbar sein

Steile Hänge, schwierige Zugänge und kleine, verteilte Waldparzellen machen die Bewirtschaftung aufwendig. Die Erlöse aus dem Holzverkauf reichen dafür oft nicht aus. Gemeinsame Planung und Vermarktung sollen helfen, die Arbeit besser zu organisieren und wirtschaftlich tragfähige Lösungen zu finden.

Die Herkunft des Holzes soll erkennbar bleiben

Die Gespräche zeigen: Holz aus der Region wird bei Bauprojekten noch zu wenig gezielt nachgefragt. Zudem ist seine Herkunft über die verschiedenen Verarbeitungsschritte hinweg nicht immer einfach nachvollziehbar. Das Projekt will Angebot und Nachfrage besser zusammenbringen und die regionale Herkunft sichtbar machen.

Bei den Kosten lohnt sich der Blick auf das ganze Bauprojekt

Ein höherer Holzpreis bedeutet nicht, dass ein Bauprojekt im gleichen Verhältnis teurer wird. Auch Planung, Verarbeitung und Montage bestimmen die Gesamtkosten. Wie gross ein allfälliger Mehrpreis für regionales Holz ausfällt, lässt sich deshalb am konkreten Projekt am besten beurteilen.

Die Ergebnisse zeigen, wo die nächste Phase ansetzen soll: bei der Zusammenarbeit im Wald, der Verarbeitung des Holzes und seiner Verwendung am Bau.

VORHABEN

Was wir von 2026 bis 2030 vorhaben

In der nächsten Phase wollen wir gemeinsam mit den Beteiligten konkrete Vorhaben umsetzen. Im Mittelpunkt stehen drei Aufgaben.

Zusammenarbeit im Wald und in der Holzbranche erleichtern 

Wir wollen Waldbesitzende, Forstbetriebe und Holzverarbeiter zusammenbringen, damit sie Massnahmen und die Vermarktung des Holzes besser aufeinander abstimmen können. Dazu gehören ein gemeinsames Vermarktungskonzept und ein nachvollziehbarer Herkunftsnachweis für regionales Holz. 

Neue Lösungen in der Praxis erproben

Pro Jahr sollen ein bis zwei konkrete Fragen aus der Praxis bearbeitet werden. Daraus können neue Produkte, Werkzeuge oder Angebote entstehen, die anschliessend getestet werden. Mögliche Themen sind digitale Hilfsmittel für Waldbesitzende, die Verwendung von Restholz oder Angebote, die den Wald für Einheimische und Gäste erlebbar machen.

Wissen verständlich zugänglich machen 

Geplant sind Informationen für Waldbesitzende und Bauherrschaften, Angebote für Schulen sowie Veranstaltungen und Waldbegehungen. Dabei geht es um praktische Fragen: Wie verändert sich unser Wald? Was bedeutet das für seine Pflege? Und wie lässt sich regionales Holz verwenden? 

PAVILLON

Ein Pavillon aus Saanenländer Holz

Im Juni 2026 entwickelten Beteiligte aus Forstwirtschaft, Sägerei, Holzbau, Architektur und Gemeinde gemeinsam die Idee eines mobilen Pavillons. An ihm soll sich zeigen, wie aus Holz aus dem Saanenland ein Bauwerk entsteht und welche Betriebe daran mitarbeiten.
Der Pavillon soll auch Raum für Gespräche über den Wald bieten: bei Veranstaltungen, mit Schulklassen oder im Rahmen von Waldbegehungen. Seine Vorstellung ist an der Gstaader Messe im Oktober 2026 geplant. Anschliessend soll er an verschiedenen Orten eingesetzt werden.

MITWIRKEN

Bringen Sie Ihre Erfahrung ein

Ob Sie Wald besitzen, mit Holz arbeiten, eine Gemeinde vertreten oder sich für den Wald in Ihrer Umgebung interessieren: Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen. Auch Erfahrungen und Ideen sind willkommen.

Ich besitze Wald

Sie möchten sich mit anderen Waldbesitzenden austauschen oder Ihre Waldfläche in die Initiative einbringen? Schreiben Sie uns, wo Ihr Wald liegt und welche Fragen Sie beschäftigen. Gemeinsam klären wir, welche Form der Mitwirkung möglich ist. 

Wir arbeiten mit Holz

Wo liegen die Schwierigkeiten in Ihrem Arbeitsalltag? Welche Zusammenarbeit würde Ihnen helfen? Ob Forstunternehmen, Sägerei, Holzverarbeitung, Holzbau, Architektur oder Planung: Ihre Erfahrung ist gefragt. Melden Sie sich, wenn Sie eine Idee erproben oder an einem gemeinsamen Vorhaben mitarbeiten möchten. 

Ich habe eine Idee oder eine Frage

Sie beobachten etwas im Wald, haben eine Idee für die Nutzung von regionalem Holz oder möchten mehr über die Initiative erfahren? Schreiben Sie uns. Auch wenn aus Ihrer Idee noch kein fertiges Vorhaben geworden ist.

Zur Initiative auf dem Laufenden bleiben

Erfahren Sie, wie sich die Initiative entwickelt und wann Veranstaltungen oder Waldbegehungen stattfinden.

TEAM UND PARTNER

Wer hinter Zukunftswald 2050 steht

Impact Gstaad trägt die Initiative und führt sie gemeinsam mit planval. Die Berner Fachhochschule BFH-HAFL hat die wissenschaftlichen Grundlagen der Potenzialanalyse erarbeitet. Die Zusammenarbeit mit Waldbesitzenden, Forst- und Holzbetrieben sowie Gemeinden ist zentral für die Umsetzung.

Impact Gstaad

Vernetzt die Beteiligten in der Region und macht die Initiative und seine Ergebnisse bekannt.

Andreas Wandfluh

Michel Hediger

planval

Verantwortet die operative Leitung und begleitet die Entwicklung und Erprobung neuer Lösungen.

Lorenz Kurtz

Thomas Probst

Marc von Niederhäusern

Mit Unterstützung von:

Was wir heute im Wald anpacken, wirkt über Jahrzehnte. Gestalten wir seine Zukunft gemeinsam.