Partnerschaft Green Business Award
Was ist Green Business Award?
Der Green Business Award zeichnet seit 2019 jährlich die innovativsten Schweizer Unternehmen aus, die ökologischen Impact mit ökonomischen Erfolg verbinden. In der ersten Phase des Auswahlprozesses nominieren rund 20 nationale Scouts aus Wirtschaft und Umweltschutz die besten Lösungen ihrer Branche für den Award. Daraus zeichnet eine interdisziplinär zusammengesetzte Fachjury die fünf besten Lösungen mit dem Label Green Business Excellence aus. Diese fünf Firmen präsentieren sich mit einem Pitch vor der Hauptjury unter dem Vorsitz von alt Bundesrätin Doris Leuthard. Dieser Jury gehören 14 weitere bekannte Persönlichkeiten an, u.a. Reto Knutti (ETH-Professor in Klimaphysik), Betrand Piccard (Solar Impulse), Roberto Cirillo (CEO der Schweizerischen Post) und Wirtschaftsjournalistin und Unternehmerin Patrizia Laeri. Drei dieser fünf Firmen werden zu Finalisten des Green Business Award gekürt, wovon wiederum ein Unternehmen am 14. Februar 2025 im Rahmen des Impact Circles von Impact Gstaad die begehrte Auszeichnung verliehen bekommt.
Chance auf Scale-Up-Finanzierung für inspirierende Lösungen
Unter dem Motto „From little Gstaad to the big world“ hat sich Impact Gstaad zum Ziel gesetzt, mit seinen Veranstaltungen Visionäre der Nachhaltigkeit und potenzielle Investoren zusammenzubringen. Auf die Zusammenarbeit mit Green Business Switzerland angesprochen, sagt Manuel Linder, Präsident des Vereinsvorstands: «Damit ökologische Lösungen für unseren Planeten wirklich etwas bewirken können, müssen sie international wachsen. Bis jetzt war es in der Schweiz äusserst schwierig, die nötigen Finanzmittel zu erhalten. Zusammen mit dem Green Business Award wollen wir diese Lücke schliessen.»
Trailer Green Business Award
Partner des Green Business Award
Finalisten Green Business Award 2025
Everllence Schweiz
aus Zürich (ZH) – Eine Grosswärmepumpe, die ganze Städte mit klimaneutraler Fernwärme versorgt.
Rund 40% der weltweiten CO2-Emissionen entstehen durch Wärmeerzeugung [1]. Everllence setzt genau hier an und entwickelt Grosswärmepumpen, mit denen ganze Städte auf CO₂-neutrale Fernwärme umgestellt werden können. Dazu nutzt das Unternehmen Umweltwärme aus Meerwasser, Seen, Flüssen, Abwasser, Umgebungsluft oder Industrieprozessen. Ein integrierter Wassertank speichert überschüssige Wärme und stellt sie bedarfsgerecht zur Verfügung. So fungiert die Wärmepumpe nicht nur als Wärmelieferant, sondern auch als Energiespeicher. Das stabilisiert das Netz und erhöht die Effizienz. Diese Technologie von Everllence ermöglicht die gleichzeitige Produktion von Wärme und Kälte mit hoher Effizienz. In Esbjerg (DK) ersetzen zwei Grosswärmepumpen ein ganzes Kohlekraftwerk und versorgen so 25’000 Haushalte mit klimafreundlicher Fernwärme. Das spart jährlich rund 120’000 Tonnen CO₂. Jurypräsidentin Doris Leuthard: «Everllence zeigt, wie Schweizer Industrie die Dekarbonisierung vorantreiben kann – technologisch präzise und wirtschaftlich tragfähig. Genau solche Lösungen brauchen wir.» Entwickelt und produziert wird die Innovation in Zürich-West – mit 950 Mitarbeitenden und 220 Jahren Erfahrung am Schweizer Standort.
Oxyle
aus Schlieren (ZH) – Dauerhafte PFAS-Eliminierung für sauberes Wasser
Dr. Fajer Mushtaq ist in Delhi aufgewachsen, wo knappes und verschmutztes Wasser ihren Alltag prägten. Heute entwickelt die Mitgründerin und CEO von Oxyle mit ihrem 30-köpfigen Team die Lösung gegen eine der hartnäckigsten Wasserbelastungen weltweit: PFAS, auch bekannt als «ewige Chemikalien». Sie stecken in Alltagsprodukten wie Outdoor-Kleidung, Backpapier, Kosmetik oder Teflonpfannen. Über das Abwasser gelangen sie in die Umwelt, reichern sich in Böden, Gewässern und im menschlichen Körper an. Schon geringste Mengen können toxisch wirken – mit Folgen wie Krebs, Unfruchtbarkeit oder Störungen des Immun- und Hormonsystems. Aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften gelten PFAS als besonders umweltschädlich. Auch in der Schweiz ist das Wasser stark mit PFAS belastet: Eine Studie der nationalen Grundwasserbeobachtung (NAQUA) aus dem Jahr 2021 wies PFAS in fast der Hälfte von über 500 untersuchten Grundwasser-Messstellen nach [2]. Oxyle entwickelt eine Lösung, die PFAS nicht nur aus dem Wasser entfernt, sondern dauerhaft abbaut – auch die besonders problematischen kurzkettigen Verbindungen. «Oxyle bringt Licht in eine unsichtbare Gefahr, die uns alle betrifft und zeigt eindrücklich, wie Schweizer Technologie zur Lösung globaler Umweltprobleme beitragen kann», sagt Doris Leuthard.
Voltiris
aus Epalinges (VD) – Innovative Solarmodule für Gewächshäuser ganz ohne Ernteverlust
Landwirt:innen mit Gewächshäusern stehen vor einem Dilemma: Sie müssen sich entscheiden, ob sie das Dach des Gewächshauses für die Energiegewinnung oder für Sonnenlicht zur Pflanzenzucht nutzen. Pflanzen benötigen jedoch nur einen Teil des Lichtspektrums für die Photosynthese. Genau hier setzt Voltiris an. Das Scale-up entwickelt Solarmodule, die das Licht spalten. Die speziellen Folien lassen den für das Pflanzenwachstum relevanten Anteil durch und wandeln den Rest in Solarstrom um. Die Technologie ermöglicht eine doppelte Nutzung der Fläche – für Ertrag und Energie – ohne Beeinträchtigung des Pflanzenwachstums. Die Module lassen sich in bestehende Gewächshäuser integrieren und bieten eine Lösung für eine besonders energieintensive Branche. So können Gewächshäuser ihren CO₂-Ausstoss mit den Solarmodulen von Voltiris um bis zu 95% senken. Mitgründer und CEO Nicolas Weber und sein 24-köpfiges Team setzen die Technologie bereits im grossen Massstab um: Im Mai 2025 montierte Voltiris die erste Hektar-Installation bei Meier Gemüse in Rütihof (AG). In nur vier Wochen installierten sie rund 1‘800 Module, ohne dabei die Produktion zu unterbrechen. «Die Technologie von Voltiris kombiniert landwirtschaftliche Produktion mit erneuerbarer Energie sinnvoll. Das ist ein starker Hebel auf dem Weg zu einer klimaneutralen Landwirtschaft», sagt Doris Leuthard über den Entscheid der Jury.